Zufällig habe ich beim Lesen diverser Zeitungen im Internet einen interessanten Artikel in der
Mittelbayerischen Zeitung gesehen. Der Titel "Ohren waren einst zum Atmen da" verwunderte mich etwas. In dem Artikel wird tatsächlich beschrieben, dass die Ohren früher wohl zum Atmen benutzt wurden. Das Wissenschaftsmagazin "Nature" berichtet, Untersuchungen an einem Fischfossil hätten ergeben, dass sich die Ohren aus den Kiemen entwickelt haben. Dieses Fischfossil nennt sich "Panderichthys", lebte vor 370 Millionen Jahren, und sei eng verwandt mit den viergliedrigen Wirbeltieren. Nun gut, mit den viergliedrigen Wirbeltieren sind wir Menschen nicht so sehr verwandt. Schließlich haben wir auch einige Wirbel mehr. Der Schädel des gut 1m langen Tieres soll fischartig sein, was man nur vom Schädel weniger Menschen behaupten kann. Interessant ist aber, dass der Fisch keine Rücken- und Schwanzflosse besitzt. Aufgrund dieses Unterschiedes wird der Panderichthys nicht als Übergangsform zwischen Fisch und Vierbeiner angesehen.

Die Verwandtschaft zu diesem Fisch scheint nicht besonders groß zu sein. Es würde mich auch etwas wundern, warum man durch die Ohren atmen soll, wenn man doch einen Mund und eine Nase hat.
Aber was haben Ohren, Nase und Mund mit Pädagogik zutun?
Diese drei "Körperöffnungen" sind Teile unseres Wahrnehmungssystems. Aristoteles erkannte seinerzeit fünf verschiedene Sinneskanäle: Gehörsinn, Geruchssinn, Geschmackssinn, Gesichtssinn (visuelle Wahrnehmung) und Tastsinn. Die moderne Physiologie kennt für den Menschen noch vier weitere Sinne: Temperatursinn (Thermozeption), Schmerzempfindung (Nozizeption), den Gleichgewichtssinn und die Körperempfindung (Propriozeption). Einige Menschen behaupten von sich, noch weitere Sinne zu besitzen (Telepathie usw.).
Für das Lernen ist die Wahrnehmung ein entscheidender Faktor, da sie die einzige Informationsaufnahmequelle des Menschen ist. Das Gehirn nimmt diese Informationen auf und interpretiert diese nach Lust und Laune. Jeder Mensch hat nimmt die Informationen anders auf, weiterhin besteht immer eine Verarbeitung im Konstrast zwischen Innen- und Außernwelt des Menschen. Die im Gehirn gespeicherten Vorstellungen zu den aufgenommenen Informationen variieren ebenfalls. Erkennbar ist das beispielsweise, wenn ich mich mit meinem Nachbarn über "Autos" unterhalte. Er denkt beim Auto gleich an "Honda", während ich das Wort eher allgemein sehe, oder mir im ersten Augenblick eine andere Automarke vorstelle.
Problematisch wäre es, wenn sich die Wahrnehmung noch deutlicher unterscheiden würde. Immerhin unterhalte ich mich mit meinem Nachbarn noch über Autos, ob nun Honda oder Audi. Menschen mit Wahrnehmungsstörungen könnten sich sicherlich nur schwer über Autos unterhalten. Menschen mit Störungen der visuellen Wahrnehmung haben Schwierigkeiten, Formen zu erkennen, oder die räumliche Lage einzuschätzen. Auditive Störungen machen es schwer, Geräusche zuzuordnen. Im sprachlichen Bereich kann es damit Probleme geben, Worte in Laute zu zerlegen.
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